Ich hänge auf allen Vieren vor dem Kühlschrank. Das Ding ist ausgemergelt, die Lampe kaputt und ich bin pleite. Nicht nur finanziell, sondern auch seelisch, sozusagen. Ein weiches Knie am Boden, trüber Flatterblick aus zugeschwollenen Augen und eine Faust, die nicht mal mehr der Gravitation trotzen kann. Finde keinen halben Euro im Saum meiner Lederjacke, keinen Tropfen Mut in meinem Kreislauf. Meine Schreibe ist zu einem saftlosen Recycling mittelprächtiger Ansätze verkommen. Das eifrige Vartamännchen hat sich leergefickt.
Feierabend für den Ballonverkäufer.
Nach fast drei Wochen ziehe ich den Kopf wieder aus dem Eisfach und stecke neu ab: Ich höre mit dem Saufen auf, mit dem Rauchen, mit allem was klebt. Stemme Hanteln stattdessen und ich werde mir ein buntes Schiff bauen, das mich raus auf den Ozean trägt. Vier Kilometer Finsternis unter dem Kiel schrecken mich weniger ab als diese wattierte Mogelpackung hier. Ein buntes Schiff am Hang mächtiger Wellenberge, weiße Segel vor dunklen Wolken, dreifach destillierte Sätze, geschrieben unter Deck, in tropfnassem Ölzeug, breitbeinig hinter den Kartentisch geklemmt. Und da draußen ist nichts außer jeder Menge Wasser und Himmel. Astreine Atemluft. Ich kann’s kaum erwarten.





