Wildhüter

Während der Tag langsam absäuft und wir in diesem Park festhängen nimmst du plötzlich meine Hand und erklärst mir, dass du den Bezug verlierst. Zu dem Park, zu den verrosteten Dinosauriern zwischen den Kiefern, zu der Konstruktion des fremden Alltags, durch den du dich täglich schleppst. Deine Stimme vibriert und wir bleiben stehen, die Köpfe in den dünnen Wolken unseres Atems. Während du nach Symptomen suchst, taste ich den Kanal ab und entdecke in einiger Entfernung zwei Männer, von denen der eine einen Sack in der Hand hält und der andere einen Baseballschläger. Sie versuchen, mit kleinen Brotstückchen einen Schwan anzulocken. Es fühlt sich so taub an, sagst du. Als wäre ich in einer Narkose gefangen, jedes Echo wird verschluckt, sämtliche Rezeptoren sind neutralisiert. Ich lebe in einem Puppenhaus, sehe mich aus demselben Fenster schauen durch das ich meine Hände schiebe um zu spielen. Der Mann mit dem Baseballschläger hat seinen Gürtel ausgezogen und ein Lasso draus gemacht. Als er es abfeuert geht alles sehr schnell. Du fängst meinen Blick auf, guckst in die Richtung und sprintest los, mit rudernden Armen, verdrehten Augen und deinem eigenen Schrei hinterher und ich nehme die Verfolgung auf, hole dich ein und unsere Mäntel wehen wie die Flügel einer schwarzen Harpyie durch die Dämmerung und die Männer stolpern rückwärts den Beton hinauf und der Schwan kriegt irgendwie noch seinen Hals aus der Schlinge.


Steinbart, Oktober 2011.


 

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