Telefonjoker

Geräusche von Zahnriemen nach dem Erwachen. Abgenutztes, morsches Plastik in einer dünnen, giftigen Wolke. Ein wildes Schlackern, die ganze Maschine zittert aber ich raffe mich trotzdem auf und befürchte, was mich erwartet. Ich träumte von abgenutzem, morschem Plastik, dem Geruch von menschlichem Benzin, morscher Menschlichkeit, sinnlos durchgelaufenen Fußsohlen und der Frage E, die auf dem Weg ruht wie eine bodenlose Gletscherspalte.

Tropfen, so groß wie Einfamilienhäuser und ein höllischer Wind: Ich sitze mit Stuhlgangproblemen auf dem Klo, fast wie diese Reisekrankheit, und warte zweikommasechs Kilometer bis zum nächsten Leuchtturm, brüte über einer Loseblattsammlung in A5, notgeile, fetale Kapitel, der große Fang, aber erstmal die Hitze überstehen und den Marsch – die Frage E bereitet Probleme auf dem Weg zur Million.

Durchhalteparolen aus Lautsprechern, die auf Pritschenwagen montiert sind. Flirrende, mediterrane Bilder und eine elektrische Frage. Flirrende Bettler, denen unzählige Beine aus dem Leib wachsen, Rohmaterial für Amputierte, der Nachschub einer ganzen Generation und die losen Blätter… Wind zwischen den kleinen, eng beschriebenen Seiten. Intensivstation für drei Wochen, wie der Arzt mir hinterher erklärt, mein Vertrauen sei jetzt gefragt. Alles werde gut werden, ruft man mir zu, sobald die Frage E beantwortet sei. Um ein wenig Geduld bittet man mich. Dann ginge es aufwärts.

Ich träumte von abgenutzer, morscher Menschlichkeit und einem Benzinkanister, von Sätzen, die so groß sind wie Einfamilienhäuser – und die durchhalten. Was die Frage E angeht, ziehe ich meinen Telefonjoker. Ring. Ring.


Steinbart, Juni 2011.


 

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