Tanga ranzig rosa

Ene mene Hirnfick, in den Mauern, unterm Gehweg und hinter der Tapete. Ich bin ins vordere Zimmer gegangen um was weiß ich zu holen und plötzlich das laute Zischen, als würde ein Schwertransporter direkt neben mir seine Druckluft ablassen, so laut, dass ich die Hände hochreiße und mir die Ohren zuhalte, fünfzehn Sekunden, dann nochmal und ich drehe mich um, drehe mich im Kreis und bin völlig durcheinander weil in der Richtung, aus der der Lärm kommt nichts ist ausser meinem Schreibtisch mit dem Zettelchaos und der grünen Lampe drauf. Mir rutscht das Herz ab und registriere dunkle Ausläufer von Panik in meinem Nacken, bleibe stehen und starre wie ein Reh ins Stroboskop. Als es wieder still ist, bemerke ich den Schweißfilm auf meiner nackten Haut. Soviel reicht also aus um die mühselig zusammengeschusterte Kognitionsarena in eine Ruine zu verwandeln: Ein Geräusch das seine Mutti verloren hat. Mir ist plötzlich kalt. Auf dem Balkon gegenüber steht die fette Alte in ihrem ranzigen rosa Tanga vor dem die Titten baumeln und guckt rüber in mein Fenster, als hätte sie es auch gehört, das Geräusch. Ohne Brille kann ich nicht erkennen ob sie lacht oder nur ihr Gebiss vergessen hat. So oder so, es ist ein höllischer Anblick.


Steinbart, September 2011.


 

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