Schmetterschädel

Es ist Sontag und ihr Kopf liegt jetzt, in dem ausgedehnten Moment galaktischen Friedens danach, in meiner Armbeuge und sie flüstert: “Liebst du mich?”.

Ich schweige. Sie dann auch. Eine ganze Weile. Dann fragt sie nochmal: “Liebst du mich?”. Und wieder kriege ich das Maul nicht auf. Jedes Wort würde uns zurück in die Asche schleudern, die wir uns gerade von der nackten Haut geklopft haben.

“Warum sagst du nichts?”, fragt sie.

“Damit du dir den Kopf zerbrichst”, antworte ich ohne die Augen zu öffnen und wundere mich dabei über die Tiefe und Reinheit meiner Stimme. Die Härchen auf meinem Ohr registrieren ihren scharfen Blick. Hinter uns zieht ein Schneesturm auf.

“Ich zerbreche dir gleich den Kopf”, sagt sie und dreht sich auf die andere Seite. Ich umfasse sie von hinten, ziehe ihren Körper an mich und atme ihr Haar ein. So bleiben wir liegen bis es wieder dunkel wird.

(2010)


Steinbart, Februar 2010.


 

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