Ich schwitze auf der Suche nach meinem Arzt, Hypnotiseur. Schwitze auf meinem grünen Sofa, einfach so, beim Starren in ein Zimmer, an dessen Besitzer ich mich nicht erinnern kann. Oft reiße ich die Augen auf um mehr zu sehen, als da ist. So eine Art optische Fressattacke. Zweidrei ruckartige Bewegungen mit dem Kopf, dann schnell ein paar Sätze notiert, bevor sich wieder die lauwarme Dämmerung wie ein heimkehrendes Narkotikum auf meine Lider legt. Unter Wasser. Ohne Panik. Unter Eis.
Abwarten.
Das Telefon klingelt. Niemand außer Mönch kann das sein, um diese Zeit. Ich lasse ihn klingeln, es gibt keinen gemeinsamen Nenner in dieser Nacht. Besorgs dir selber, Mönch, ich hab hier ‘ne Geburt am Start.
Später, beim ersten Tageslicht, liege ich mit einem Schädel voller Diamanten auf der Seite, schaue rüber zum Fenster, wo sich das Grau des Arbeitstages Nummer n minus eins die Straße raufschiebt und halbtote Leiber aus den Betten schwemmt.
Ich atme gleichmäßig und bin so im Reinen mit mir, dass ich strahle wie der kleine, goldene Buddha mit dem poliertem Bauch. In meinen Armen die Ausbeute der Nacht auf zerknittertem, kariertem Papier. Ein dünner Faden Blut läuft mir aus dem Ohr und tropft auf meinen Handrücken. Yeah, denke ich. Yeah.
Steinbart, August 2010. Dialog an der Gegensprechanlage.
