Geliebter S.,
eine ganze Nacht? Ich stand im Garten als sie mich fragte. Es war einer der letzten warmen Abende. Eine ganze Nacht? Sie hat mit fest in die Augen gesehen. In ihren Pupillen spiegelten sich die Lampignons, die jemand zwischen den Bäumen aufgehängt hatte. Ihr Blick war fest und klar. Über ihr dehnte sich der blauschwarze Himmel aus. Bist du mit Elena in diesem Garten gewesen? Hast du sie vor diesem Himmel gesehen?
Ich konnte ihr damals nicht antworten. In meiner Kehle steckte eine faule Ananas. Sie hat sich ganz dicht vor mich gestellt und mit dem Daumen meine Augenbrauen berührt als sie mir die Hand auf die Stirn legte. Sie sagte etwas, das ich nicht verstand. Der Wind bewegte das Laub. Sie hätte lügen können. Aber wie du weißt, hat sie nie gelogen. Im Vergleich zu dir, Arschloch.
Jetzt bin ich allein hier in diesem Haus, das zu bauen sie mir geholfen hat. Und vermutlich sitzt Elena auf deinem Schoß, in diesem Moment. Oder kniet sie vor dir, mit ihren weichen Lippen, den Arsch rausgestreckt, eine Socke verloren? Ich hoffe, dir fault der Schwanz ab bevor er ihre zarte Haut erreicht. Es sind meine Früchte, die du dir so gierig in dein verrottetes Maul stopfst. Elena hatte Angst vor Schwänzen, wir haben uns drei Jahre lang geküßt.
Plus vier Monate und zweieinhalb Tage. Verrecke dran.
Elena erzählte mir von deinen Lügen, deinen sogenannten Geschenken. Diesem klebrigen Eiter, den sie für Honig hält. Halt deine Mannschaft zusammen, ich bin auf dem Weg. Ich decke dich auf. Und dann werde ich deine beschissenen Notizbücher verbrennen und dich vor Elenas Augen in den Arsch ficken.
Berlin, im Zorn.
Steinbart, März 2010.




