Wache auf weil ein Irrer weint und danach seine Mutter. Es ist stockfinster im Hinterhof über dem ein milchiger Mond hängt. Ich stelle die Füße auf den Boden, reibe mir die Augen, schüttele den Traum aus den Haaren. Drüben wurde mein Körper schlaff und meine Knochen porös, mein Leben raste in Zeitraffer dahin während ich in einen runden Spiegel blickte. Es ging so schnell dass ich befürchtete zu Staub zu zerfallen bevor ich die nächste Chance bekäme aufzuwachen.
Hier haben wir ein Mädchen mit fester weißer Haut. Sie liegt vor mir auf dem Küchentisch und hält ihre Schenkel geöffnet, das rosa Auge schaut mich an, lächelt, wir kennen uns. Diese Kollision findet unter einem ähnlichen Mond statt, halberstickt mit weit aufgerissenen Mündern, Arme und Beine fest verkeilt. Der Atem geht schnell, nach der zweiten Runde bin ich erledigt. Wildes Leuchten hinter meinen Lidern.
Jetzt liege ich auf der Seite und betrachte deinen Körper neben mir, während du mit Männern telefonierst, die schneller ziehen und jüngere Versprechen haben. Ich hieve eine Tonne Hand auf deine Brust, eine schwere, sperrige Klaue mit rissiger Haut die sich langsam auf die Wölbung senkt, dein Nippel bohrt sich wie ein römischer Nagel in mein Fleisch. Jetzt verfolge ich den Pitch jeder einzelnen deiner Silben und kapiere kurz vor Schluss, dass du eine weitere Nacht bleiben wirst.
Stunden später schweben die heiligen Hände über der Tastatur. Ich nehme die Dinger hoch, drehe sie vor meinen Augen hin und her, betrachte jeden einzelnen Finger, jede Ader, jede Narbe. Wieso bin ich da nicht frührer drauf gekommen?
Steinbart, September 2011.




