Schon ekelhaft: Das halbe Leben in der Fleischerei abgehangen, mit einem Haken im Rückgrat und blauen Händen. Hin und hergedreht und an kalte Wände geklatscht, wenn die Produkte inspiziert wurden. Versucht, dabei noch eine gute Figur abzugeben – im Neonlicht vor den Fliesen, die nach Fäkalien und Blut riechen. Jede Nacht halbherzig mit dem Haken gekämpft und den Texten, vor dieser Stadtmauer aus verschmierter Keramik, bei eingehender Betrachtung wachsweich, aus Zustimmung nickenden Köpfen zusammengeknüpft wie ein fauler, türkischer Teppich. Hinter der Mauer hört die Stromversorgung auf, da ist nichts mehr, erzählt man sich, Brachland, unkategorisierte Reiseziele. Jede Nacht also die Krallen poliert und den Kamm ausgefahren, ein bisschen die nutzlosen Flügel gespreizt und sozusagen einhergeschritten, Kokodaaa!, der Kopf zuckt in alle Richtungen, ziemlich sexy. Ein paar Runden gedreht und schließlich den Text auf den Tisch geknallt, mit Steinen beschwert, bittesehr, damit der Wind die Blätter nicht wegfegt. Aber die Köpfe nicken weiter Zustimmung, verdammtnochmal, ein mattes Schulterklopfen für die Mutlosigkeit. Staub im Hals. Meine Zettel lösen sich in Wohlgefallen und dem einsetzenden Regen auf. Polierte Schwanzfeder am Arsch.
Steinbart, Januar 2011.




