Während Mönch und ich im Gang vor dem Gerichtssaal stehen, gucken wir uns um und blicken in schläfrige Gesichter auf schwachen Körpern, die auf den Bänken hocken… erloschene Augen, die nichts gesehen haben und trotzdem satt sind. Sie alle sind Mitglieder dieser Massenklage, die ein raffinierter Rechtsanwalt ins Leben gerufen hat. Und die Chancen stehen so gut, dass sie alle ihr Schmerzensgeld schon verplant haben. Wir hören von Produkten und mehr und mehr Produkten und gucken uns diese Leute an, die man schütteln möchte, anschreien und ohrfeigen.
Einen Tag nach dem anderen, Stunde um Stunde, klickklick, srollscroll. Worauf wartet ihr? Den richtigen Moment? Den überraschenden Zufall? Das einschneidende Erlebnis? Zwei Hände an den Armen und ein Kopf voller Sensoren, Mund, Augen, Ohren, Sprache an der Hand und ein Gehirn, das fähig ist, ein komplettes Universum aufzuziehen – und ihr wartet?
Steinbart, August 2011.




