fleischmאrkt, 8:82 uhr

Das Licht geht an.
Das Licht geht aus.

Ich kehre in die altbekannten Räume zurück und verstehe wieder nicht, wohin die Flure führen. Es fühlt sich an, als sei ich der Zeit auf den Leim gegangen, die die Tapeten von den Wänden schält und Pilze züchtet, Furcht und Falten. Ich drehe eine weitere Runde, öffne, schließe Türen, werde langsamer, entpuppe die Puppen in den spinnwebenen Ecken und bloß schauen sie mir nach. Stehen bleibe ich nie.

Das Licht geht an.
Das Licht geht aus.

Dieser Sequenz unterliegt ein lang anhaltender Schrei, nicht so ein herzlich bemühter Schrei sondern einer jener Art, die aus tief liegendem und schier unerträglichem Schmerz hervorgeht. Ich nenne es das Radio Friendly Preacher Feature. Das Mikro in der einen Hand, die andere Hand am Sack. Und was da raus kommt aus meinem Maul ist alles andere als bescheiden: Ich bin Gott. Der goldene Aleph, ein hysterisches Bündel Kreationswut, Sohn eines Cabrio-Barbaren und der Mama Lisa, und dieser Schrei hier ist so ziemlich alles, was ich für euch und eure cleveren Deutungen übrig habe.

Das Licht geht an.
Das Licht geht aus.

fleischmאrkt, 8:82 uhr

An dieser Stelle sollte der Bericht aus jener Nacht stehen, in der ich mir die Netzhaut meines Egos verkohlte und dafür eine kleine Kostprobe süßester Hemmungslosigkeit bekam. Ich habe ihn geschrieben, diesen Bericht, insgesamt sieben Fassungen davon und keine wird dem gerecht, was sich hinter der Tür aus Stahl abgespielt hat. Mitten in dieser Stadt, an einem Samstag Vormittag.

Fakt ist, Schockstarre® baut keine guten Rekorder. Bleibt also nichts als abwarten. Bis das Fiepen in meinen Ohren endlich nachlässt und ich zurück zu meinen Worten finde.