In der Wanne mit Kerze und Sombrero vom Himmel von Brautigan und ich absorbiere jedes einzelne Wort bis das Wasser kalt ist und ich verschrumpelt und durchgefroren da raus klettere, zitternd und irgendwie erleuchtet. Das ist ein bisschen wie geboren werden, kalt, überstrahlt und mit dem dringenden Bedürfnis nach sofortiger Reparatur, denke ich noch während meine nassen Füße sinnlos durch die Bude tapsen, sich nicht entscheiden können, ob Bett oder Couch, dann doch Couch, aber mit Bettdecke und so verbringe ich den Rest des Tages genau da, im freien Fall liegend und über mir spannt sich dieser Roman wie ein riesiger Fallschirm aus weißer Seide.
Und Brautigan, mit seinem bekloppten Schnauzbart und dem albernen Hut steht mit gespreizten Beinen und verschränken Armen am Ende eines jeden einzelnen Satzes und guckt dir mitten ins Gesicht. Ein Blick mit Anlauf. Der Typ hat kein einziges schlechtes Buch geschrieben und durfte später dafür wochenlang auf den Dielen eines beliebigen Hauses in Bolinas Kalifornien verwesen, bevor irgendjemand überhaupt bemerkte dass er den Stecker gezogen hat. Schlechte Marketingabteilung, lausige PR, zu still für die Zeit und auch für heute.
He, Richard Brautigan! Mehr kann ich nicht für dich tun.
Steinbart, Oktober 2010.




