Zwei Piloten in der Kanzel eines alten Bombers, im Krieg gegen eine schlafende Stadt. Nachtbus, Doppeldecker, die vier Sitze hinter den Scheiben reserviert für unseren heiligen Kreuzzug. Mit Wein und Schokolade, Geschichten aus Russland oder der Zukunft vertrieben wir uns die Zeit, bis es ernst wurde. Dann ein leises, mechanisches Geräusch und der schwere Metallzylinder mit dem aufgemalten Herzen machte sich lautlos auf den Weg. Präzision, Erdanziehungskraft. Zerstörung für einen Neubeginn. Bitteschön. Besoffene Reinigungskräfte in drei Metern Flughöhe.
Heute kehre ich allein zurück in die Krater und Ruinen, stolpere barfuß durch Splitter und abgetrennte Körperteile. Folgendes habe ich bereits eingesammelt:
Eine Pelzmütze.
Einen kaputten, sowjetischen Fotoapparat.
Eine Gabel.
Nach alter Sitte ziehe ich den Schnürsenkel aus meinem linken Stiefel und binde ihn an eine Laterne, die das Inferno überstanden hat. Ich halte die Augen geschlossen und sage den Text auf, damit der Zauber stattfindet. Wirklich, ich kenne die Sprache nicht. Also murmel ich irgendwas, rythmisch und voller Bedeutung. Zeremonien sind wichtig.
Steinbart, April 2010. Dialog an der Gegensprechanlage.
