Bar Elf

Nur erstmal raus hier und
durch die nächtlichen Straßen irren.
Beschallungsfrei und über mir der Himmel
in schwarzblau, noch mit Sternen dran.
Durchatmen, unbehelligt. Dankeschön.

In den Pfützen dein Gesicht,
überschrittenes Verfallsdatum,
und die fette, haarige Hand,
die dein Knie tätschelt und deine Wange
wie den rasierten Arsch eines Preispudel.

Eingeklemmt zwischen dem, der
deine Haut bezahlt und dem,
der sie verkauft, wippt dein Fuß
im Takt vielleicht und zugehackt,
oder einfach nur nervös?

Mit blankpolierten Pupillen,
verschwitzten Strähnen in der Stirn,
die lächelnde, blutrot geschminkte Schnauze voll
und zwar gestrichen mit billigem
Champagner, Kippen. Deal und Handschlag.

Ey, wo willst du denn hin?

Wundgescheuerte Knie und eine
Kloschüssel im Rückgrat. Tränen auf dem
Glitzertop (ein Imitat vom Türkenmarkt)
und dem sicheren Ende vor Augen,
das nun doch keins wird.

Baby-

Im Kino deiner blauen Augen
der Geschmack deiner Morgen.
Kalte Asche, kalte Hamburger, kalte Gummis.
Ein hautwarmer Kokon aus abgeschnittenen
Zungen und anderen Abfallprodukten der Nacht.

Durch die Straßen irren
mit blankpolierten Pupillen, meiner
verschwitzten Strähne in der Stirn.
Salzgeschmack auf den Lippen und
über mir der Himmel, über dir der Himmel.

(05/2004)


Steinbart, August 2010.


 

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