Botenstoff

Schlaflose Nacht, schlafloser Tag. Verpacke im Akkord Nachrichten, deren Inhalt oder Absender ich nicht kenne… nichtmal deren Substanz… die von irgendwo außerhalb des Bewußtseins kommen. Blinde Passagiere meiner Bilder. Kurve mit verbunden Augen durch dieselben Bunten, mit wedelnden Armen und Augen, atemloser Freiflug, rase über Tasten, tippe ohne Denke.

Meine Hausärztin hat ihre Aufsichtspflicht verletzt.
Ich lache Amok.

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Schlechte Nachrichten

Heute mal im Ernst. Texte funktionieren oft nur für eine bestimmten Abschnitt des Lebens. Die Klassiker: Erich Fromm und Hermann Hesse. Beide verfassten Gebrauchsanleiter für den turbulenten Flug durch die sogenannte Adoleszenz. Ist das Zeug vor oder nach der Landung zu ertragen? нет.

Lässt darauf schließen, dass ein Text eine gewisse geistige Verfassung des Lesers benötigt, um anständig wirken zu können. Die Jungs aus der Propaganda-Abteilung haben ihre Hausaufgaben gemacht. Nachrichten sind immer schlecht und provozieren nur ein einziges Gefühl: Angst. Wer Angst hat guckt nicht links und nicht rechts. Seine ungeteilte Aufmerksamkeit gilt der vermeintlichen Bedrohung, dem nächsten Satz. In gewissem Sinne der perfekte Leser.

Fazit: Die Opfer lesen weiter die Nachrichten, für alle anderen gibt es Seltenheim.

Ende der Durchsage.

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Pity pulls the Plug

We’re in this boat called love, drifting down an early morning when a far and long forgotten iceberg knocks over and we suddenly find ourselves in the wildest of waters. This is not my bed and there is not a single life jacket aboard.

You really need to get a job. Its not that I can’t or I don’t want to cover your life… you know that I don’t mind… but somehow… I mean… in order to love you as a man, you see… a real man… A real man does a real job and gets paid for it real money. He takes his girl out and… I know this might sound a bit backwards and granny, but I need to see that real man in you! Every time I pay for our dinner, you get a downgrade and I can’t even help it. This is something about dignity, you know?! Don’t let yourself run outta points my love. Get a job. Please.

Hits me right in the gutsoes. All my precious pride is being pissed upon and I feel very much zum kotzen. I could go defense like: But don’t you see? I have a job! You know that! I’m a writer: Dealer of symbols, Gods last voice, etcetera… But pity pulls the plug. So I don’t.

Instead I get the E.L.P. (Emergency-Love-Poem) out of my notebook, unfold the old paper, stare at it for a moment and then drop it. What shall I say: It does sail as beautiful as a poem should sail.

And as she sorries through her tears I quietly collect my belongings. The front door doesn’t make a sound as I close it.

Plaça del Boxi as dry as a bone.
No need to swim
off
to greener pastures.

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Der heilige Tackermann

Um die Ecke wird aus den letzten Löchern getanzt, hinüber ist vielleicht schon wieder Nachmittag. Niemand hier, der nicht nach Kunststoff stinkt. Ein Spätzünder kickt und die beschmierte Wand hinter mir taumelt an meinen Rücken, bis ein Durchatmen einkehrt… Menschen, die vorbeigehen mit riesigen Gesichtern… Klotüren schlagen und irgendwer schlägt zurück im allgemeinen Zischeln, Murmeln, Gelächter und von weit weg die Musik, umpf-umpf hier im Tunnel, Dschungel Illegal. Zum zweiten Mal hebe ich den Typen neben mir vom Boden auf und stelle ihn zurück an unsere Wand.

Im Durchhänger der Beschallung erscheint jetzt die, die sicherlich Astrid Aluminium als Namen und obenrum nur noch BH trägt, grundgütiger, und der Typ neben mir sackt wieder ab, rutscht lautlos hinab in all die Scherben, die Asche und den Ekel. AA und ich nehmen jeder einen Arm, nageln unseren Jesus zurück an die Wand, Tumult schiebt sich vorbei, alle so kursiv: Lieferservice…?! Auch ich kippe den Kopf da hinterher und muss wohl eine Weile geglotzt haben, denn mittlerweile kreischt AA in den höchsten Oktaven auf den Barmherzigen ein, damit er sie an

ORT UND STELLE!!!

durchvögelt. Jesus Christus, sage ich wohl, kann doch nichtma’ mehr stehen, und gucke dabei sehr schriftstellerisch in diese vielversprechende Situation rein… der Erlöser und seine Aluminium im silbernen Büstenhalter… die Gesichter dicht voreinander und irgendwas Unbestimmtes, dass da zwischen den Augen hin- und hergeht, hin- und herbrutzelt… kennen sich wohl schon länger, sie und ihr heiliger Tackermann…

…wenn du’s nicht sofort mit mir machst, dann lass ich mich von DEMDA ficken!!! HIER VOR DEINEN AUGEN!!!

Dazu ein lackierter Fingernagel, der unglaublich stilletto durch die fettige Luft AUF MICH ZU SCHIESST. Zur Rettung in allerletzter Sekunde gleiten lautlos drei Engel herbei. Zwei Nymphen vom Feinsten und ein Männchen mit lustigem Wangenbart.

ALTER WO STECKST DU MANN KOMMSCHON DAS TAXI WARTET WEISSTE WAS DAS KOSTET???
Pass auf!!! kreische ich. Der Jesus fällt gleich wieder runter und wenn der nicht ficken kann, DANN BIN ICH ERLEDIGT!!!
Jaja, singen die Engel, komm jetzt… du hast genug.

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The Great Waterfall

Half the way up Teufelsberg the witches gathered together to hold up their annual witch meeting. There once was a great waterfall and next to its edge was a strong iron fence to protect the stupid from falling into their certain death. Some climbed over the fence, fell and died. Sacred soil. Decades later in a beautiful summer night, we lit a small bonfire right on the very spot where the souls had left their stupid hosts. I attended the meeting as an eager apprentice, got introduced and drank from the holy potion of knowledge (which, in lack of better options, came along as a pickle-jar filled with inexpensive but spirited vodka). I then passed on the drink. Round and round it went and after the jar was emptied and the tiny fire had died, we all went to the CEO-witches house, got completely naked on the living-room floor and praised some fourteen ancient goddesses altogether. We then mixed vodka with champagne and drank that. Since I was the only male attendant, it was only a question of time until I was overcome by the natural urge to take care of all the boobs of all the witches, especially the silicon-hardnipple-ones of the public-relations-witch, who’s lover I would become for that night. She wasn’t really young. She wasn’t beautiful either. It was only the plastic-part of her that got me longing enough for a decent erection.

Her name was Star-In-The-Mighty-Sky.
Mine was Into-The-Wrongy-Hole.

We never met again after that night, but my spirit regularly ejaculated onto her boobs for some years.

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Brief von Methyl

Schlaf ist Brücke und Wurmloch, Ein- und Ausgang gleichzeitig. Schlaf ist eine spirituelle Kupplungsscheibe, die die Synchronisation verschiedener Frequenzen erlaubt. Eine Fähre mit dem Fahrziel Symboland, auf der dir keine Heizdecke angedreht wird und die immer am selben Steg anlegt, von dem sie abgefahren ist.

Nur anders.
Wahr und immer.

Entgegen der ortsüblichen Annahme lösen sich die Träume nämlich nicht in Luft auf, sobald du aufgewacht bist. Wir hören ihre feine Musik nur nicht mehr, weil sofort nach dem Klick die sogenannte Realität in unseren Ohren kreischt. Merke: Realität ist eine niemals endende DDOS Attacke auf unsere sämtlichen Sensoren. Die Träume jedenfalls verschwinden genauso wenig wie die Sterne verschwinden, wenn die Sonne aufgegangen ist.

gez. Dr. Methyl Tryptamin

P.S.: Für die ist Symboland ein undurchsichtiger Schurkenstaat, eine Gefährdung unseres heiligen Glaubenssystems. Früher oder später werden die zum Angriff blasen. Also hau dich ‘ne runde aufs Ohr.

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